Wintercheck für’s Fahrzeug

Liebe Geniesserinnen, rüstet euer Fahrzeug vor dem ersten Frost für den Winter! Bitte achtet dabei vor allem auf die Beleuchtung, Bremsen und Bereifung. Eine gründliche Vorbereitung schützt Dein Auto/Bike vor Kälte, Nässe und Streusalz.

Tipps für den Wintercheck

Der Oktober geht zur Neige, der November nähert sich mit riesen Schritten. Genau jetzt solltest Du Dein Fahrzeuge auf den Winter vorbereiten. Lass Dich nicht vom Wintereinbruch überraschen. Ist alles okay, kannst Du die Wintermonate mit Deinem Fahrzeug genießen.

„Ein gründlicher Wintercheck deckt alle sicherheitsrelevanten Faktoren im Auto ab“, sagt Richard Goebelt, Geschäftsbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. „Vor allem auf die Beleuchtung, die Bremsen und die Reifen muss in der dunklen Jahreszeit Verlass sein. Die richtige Vorbereitung schützt außerdem alle Fahrzeugteile vor Kälte, Nässe und Streusalz.“ Der TÜV-Verband gibt Tipps, um das Auto fit für den Winter zu machen.

Für freie Sicht und sichere Beleuchtung sorgen

Auto fahren im Winter ist eine Herausforderung für Fahrer:innen. Umso wichtiger sind eine freie Sicht und ausreichend Licht. „Wer in der dunklen Jahreszeit ohne einwandfreie Beleuchtungsanlage unterwegs ist, gefährdet sich und andere“, betont Goebelt. „Ein Rundgang um das Auto vor jeder Fahrt zeigt schnell, ob alle Lampen funktionieren und, ob die Scheinwerfer sauber sind. Bereits eine halbstündige Fahrt auf matschigen Straßen, kann die Leuchtkraft um bis zu 60 Prozent mindern.“ Schwachstellen der Beleuchtung, wie defekte Rückleuchten, Probleme beim Abblendlicht oder falsch eingestellte Scheinwerfer, sollten sofort behoben werden. Bei älteren Fahrzeugen können Autofahrer:innen defekte Leuchtmittel in der Regel mit wenigen Handgriffen selbst tauschen. An modernen Fahrzeugen kann es für Laien schwieriger sein, an die Leuchtmittel heranzukommen und Abblend- oder Fernlicht korrekt einzustellen. Die gesamte Beleuchtungsanlage sollte dann in einer Werkstatt mindestens einmal im Jahr überprüft werden.

Wintercheck Auto

Kontrolliert jetzt auch die Scheibenwaschanlage. Sie ist extrem wichtig bei `Schmudelwetter´ (Nebel, Regen oder Schnee). Freie Sicht beim Fahren erhöht die Sicherheit. Denkt immer daran: Verdreckte Scheiben können Fahrten auf verschneiten und matschigen Straßen schnell zum Blindflug machen. Wischerblätter sollten deshalb auf Beschädigungen überprüft und wenn sie Schlieren ziehen getauscht werden. Vergesst dabei nicht die Heckwischer um nach hinten ebenfalls freie Sicht zu haben. Sind die Gummilippen stark beschädigt, werden die Scheiben zerkratzt.

Wichtig im Zusammenhang mit dem Wischwasser ist die Flüssigkeit im Vorratsbehälter. Achtet beim Auffüllen von fertigen Beutelinhalten auf Winter bzw. Sommerkennzeichnung. Der Frostschutz im Wischwasser ist  bei `Wintermischungen´ deutlich höher. Zusätzlicher Reinigungszusatz sorgt ebenfalls für eine klare Sicht. Fertige Mischungen sind dabei die deutlich bessere Wahl. Sie sind optimal gemischt um die Wischanlage  und Zuleitungen frostsicher zu machen.

Mein Tipp: Im Kofferraum sollte immer eine fertige Mischung mitgeführt werden. Geht Dir unterwegs das Scheibenwischwasser aus kannst Du es sofort auffüllen und klare Sicht schaffen.

Rechtzeitig Winterreifen aufziehen

Von Oktober bis Ostern sind Winterreifen mit Schnee-Symbol die richtige Wahl. Alternativ (nur in Gegenden wo kaum Schneefall ist) können auch Allwetterreifen ihren Dienst tun.

Bist Du auf verschneiten oder vereisten Straßen mit Sommerreifen unterwegs ist, riskierst Du bis zu 120 Euro Bußgeld plus einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg.Viel schlimmer sind die Gefährdungen der anderen Verkehrsteilnehmer… im `WorstCase´kann Dich im Falle eines Unfalls ein lebenslanges Trauma begleiten.

„Bei Winter- bzw. Sommerreifen ist nicht nur das Profil entscheidend für eine sichere Fahrt. Sommerreifen sind z.B. nur für Temperaturen über 7 Grad Celsius ideal. Bei Kälte verlieren die Sommerreifen  schneller die Bodenhaftung und verlängern den Bremsweg – egal ob die Straßen trocken oder nass sind.“ so B. Eckert | Fahrlehrer und Instruktor/Moderator für Motorrad Sicherheitstrainings. „Die harte Gummimischung sowie fehlende Lamellen im Profil lassen Sommerreifen dann schneller den notwendigen Grip verlieren. Vor allem bringt das beim Motorradfahren ein erhöhtes Sturzrisiko mit sich.“ Zum stabilen Fahrverhalten gehören grundsätzlich die Profiltiefe und der richtige Reifendruck. Vor der Montage der Winterreifen sollte deren Profil geprüft werden. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe – empfohlen werden aber mindestens 4 Millimeter.

Wintertaugliche Reifen, die nach dem 31.12.2017 hergestellt wurden, müssen mit dem Alpine-Symbol ausgestattet sein. Die M+S-Kennzeichnung genügt nicht mehr. Für ältere Reifen gilt eine Übergangsfrist bis zum 30.09.2024.
© Bernhard Eckert | An der Dotnummer läßt sich das Reifenalter erkennen. die ersten zwei Ziffern geben Auskunft über die Produktionswoche, die letzten zwei über das Produktionsjahr. Hier also die erste Woche des Jahres 2020.

Beachtet bitte: Nach sechs Jahren sind die Reifen ausgehärtet und bieten nicht mehr genug ‚Grip‘ auf den Straßen. Alle sechs Jahre sollte das Reifenset komplett ausgetauscht werden. Wichtig:  Autobesitzer und Fahrer eine Kraftfahrzeugs müssen das durch den Hersteller vorgegebene Tempolimit der Bereifung im Blick haben. Ein Aufkleber mit der km/h-Angabe muss nach Montage der Winterreifen gut sichtbar am Armaturenbrett oder der Windschutzscheibe angebracht sein.

Tipp: Moderne Fahrzeuge zeigen ein dazu eingestelltes Tempolimit digital dar.

Wer in einem Schneereichen Gebiet (Schwarzwald, Allgäu usw.) lebt sollte im Kofferraum  neben dem Ersatzreifen auch Schneeketten oder Anfahrhilfen mitführen. Das Aufziehen der Ketten solltest Du auf jeden Fall einmal geübt haben.

Die Winterreifenpflicht in der StVO (Straßenverkehrsordnung)

Seit 2010 hält die StVO präzisere Informationen zur Winterreifenpflicht in Deutschland bereit. Das Gesetz schreibt vor: Winterreifen, oder auch Reifen die der Richtlinie 92/23/EWG entsprechen, müssen genutzt werden, wenn „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ vorherrscht (§ 2 Absatz 3a StVO). Bis Ende 2017 war es noch ausreichend, dass Winterreifen mit M+S gekennzeichnet waren.

Bremsen auf Stand und Alter prüfen

Vor dem Wintereinbruch gilt es auch einen intensiven Blick auf die Bremsen zu werfen. Die Bremsscheiben und -beläge werden durch die im Winter oft extremen Wetterverhältnisse stark gefordert. Zu Deiner und der Sicherheit der übrigen Verkehrsteinehmer sollte die Bremsanlage vor allem bei Schnee und Glätte immer einwandfrei funktionieren. Wenn Bremsscheibe und Bremsbeläge nicht mehr in Ordnung sind, dann sollten diese sofort gewechselt werden.

Wenn viel Streusalz zum Einsatz kommt, kommt es auf die Bremsflüssigkeit an. Fehlt Bremsflüssigkeit oder hat sich darin Wasser gesammelt, wird nicht genügend Druck auf die Bremszylinder ausgeübt. Die Bremsbeläge können dann das Salz auf der Bremsscheibe nicht sauber „abschleifen“ da der entsrechende Druck fehlt. Ein Tritt auf die Bremse zeigt daher keine ausreichende Wirkung.  Die Bremsflüssigkeit muß regelmäßig kontrolliert werden und gemäß der Servicerichtlinien des Herstellers gewechselt werden.

Fahrzeug vor Kälte, Nässe und Streusalz schützen

Mit einem solchen Frostschutzprüfer kann sehr schnell festgestellt werden bis zu welchen Minus Graden Dein Fahrzeug geschützt ist. Ausgleichsbehälter für Kühlflüssigkeit öffen und den Schlauch in die Flüssigkeit einführen. Mit der Gummipumpe an der Seite Wasser ansaugen unnd die Gradzahl an der Skala ablesen.

Bei Minusgraden im Winter ist neben der Bremsflüssigkeit und dem Scheibenwischwasser auch das Kühlwasser frostgefährdet. Die Höhe des Frostschutzgrades kannst Du in der Werkstatt überprüfen lassen. Viele Tankstellen haben ebenfalls einen Frostschutzprüfer. Dieser ist einfach zu bedienen und Du kannst das auch selber machen. Dort kannst Du auch sofort Frostschutzkonzentrat kaufen und einfüllen. Durch dieses Frostschutzmittel wird der Gefrierpunkt erheblich abgesenkt.

Wichtig: Frostschutz für die Kühlanlage ist nicht für die Scheibenwischanlage geeignet. Dies sind zwei komplett unterschiedliche Produkte.

Worst Case: Durch die Ausdehnung gefrorenen Wassers können Leitungen platzen. Ausreichend Frostschutz im Kühlwasser stellt sicher, dass die Kühlanlage nicht einfriert und es  durch Überhitzung keinen Motorschaden gibt.

Auch beim Öl solltest Du auf Nummer sicher gehen. Moderne Motoren fahren allerings meistens mit einem Mehrbereichsöl. Diese Öle sind auch bei Kälte funktionell. Ist jedoch das Öl zu alt, enthält es beispielsweise Wasser und eine Menge Metallabrieb. Bei Kälte wird es dann zäh und die Fremdstoffe verstopfen dann die feinen Leitungen. Dadurch kann es ebenfalls zu einem Motorschaden kommen.

Damit Dein Auto zuverlässig jeden Morgen startet, sollte auch die Batterie noch einmal überprüft werden. Je kälter es ist, desto wichtiger ist eine voll geladene Batterie. Der Spannungsabfall ist bei Kälte extrem hoch. Eine alte, nur noch bedingt funktionsfähige Batterie hat nicht ausreichend Power um Dein Auto bei hohen Minusgraden zu starten. Damit die Batterie auch bei tiefen Temperaturen reibungslos funktioniert, sollten alle Kammern korrekt befüllt sein. Die Batterie sollte ausreichend Spannung haben.

Tipp: Für Batterien gibt es Thermo-Verpackungen.  Nach fünf Jahren ist es in der Regel Zeit eine neue Batterie zu kaufen.

Zum Wintercheck gehört auch eine Reinigung des Fahrzeugs – innen und außen. Vergiss nicht die Unterbodenwäsche und eine anschließende Wachsversiegelung… Hartwachs macht die Karosserie wetterfest und resistent gegen Salze. Im Winter helfen Dir regelmäßige Autowäschen, damit Streusalz nicht allzu sehr am Blech nagt. Sollen Salz und Wasser keine größeren Rostflecke verursachen, beseitige kleinere Lackschäden direkt. Damit Türen und Heckklappe nicht zufrieren behandle die Dichtungen und Gummis mit einem Fettstift oder Talkum.

Geniesserinnen bereiten sich vor. Daher sorge dafür, dass Eiskratzer, Abdeckfolie sowie eine warme Decke im Auto lagern. Enteisungsspray für die Türschlösser solltest Du allerdings in Deiner Handtasche haben. Wenn Du längere Fahrten unternimmst solltest Du auf jeden Fall ausreichend Flüssigkeit und was zum Essen dabei haben. Bei Staus, verursacht durch Unfälle bei Schnee- und Eisglätte kann es schon mal vorkommen das eine Autobahn stundenlang gesperrt ist.

Wichtig: Dein Tank sollte ausreichend gefüllt sein. Um die Heizung im Auto nutzen zu können benötigst Du einen laufenden Motor. Also immer rechtzeitig tanken… entscheidet über angenehm warm oder im Fahrzeug erfrieren.

Generell: Prüfe bitte immer regelmäßig den Verbandskasten, das Warndreieck und die Warnweste. Wenn diese in Ordnung sind, das Verfallsdatum des Verbandskasten nicht überschritten ist verstaue alles griffbereit. Damit Du bei Bedarf jederzeit ran kommst…

Als Quelle diente mir eine Pressemitteilung des TÜV-Verbandes. Allerdings habe ich die Inhalte ergänzt, stark überarbeitet und für die-geniesserin.eu angepasst.

Der Verband der TÜV e. V. (VdTÜV) vertritt die politischen und fachlichen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Der Verband setzt sich für technische und digitale Sicherheit bei Produkten, Anlagen und Dienstleistungen durch unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung ein. Mit seinen Mitgliedern verfolgt der TÜV-Verband das Ziel, das hohe Niveau der technischen Sicherheit in unserer Gesellschaft zu wahren und Vertrauen für die digitale Welt zu schaffen. Weitere Informationen unter www.vdtuev.de

 

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